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Hallen- und Vereinsheimsituation machen der RG Lahr Kummer

2019-Altvatersituation

Hallen- und Vereinsheimsituation machen der RG Lahr Kummer

05
Aug
2019

(Bericht Lahrer Zeitung .. im Interview mit Ferrit Kellouche)

Die RG Lahr würde ihren gesamten Sportbetrieb gerne an einem zentralen Punkt abwickeln – derzeit lassen das die Kapazitäten in den Lahrer Hallen aber nicht zu.

Die Ringer der RG Lahr sind seit Jahren auf der Suche nach einer zentralen Heimat. Der Wunsch, in die Rheintalhalle ziehen zu können, ist vom Tisch. Der Vorsitzende macht sich daher Sorgen um die sportliche Zukunft seines Vereins.

"Wir brauchen einen zentralen Punkt für unseren Verein", hatte Ferrit Kellouche, Vorsitzender der RG Lahr, bereits Ende 2018 im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt. Damals hatte sich die Ringergemeinschaft um die Nutzung der Rheintalhalle im Lahrer Westen beworben. Das Konzept, das der Verein eingereicht hatte, wurde damals von Bürgermeister Schöneboom als sehr detailliert bezeichnet.

Allerdings stand dem Wunsch des Vereins schon damals der Gemeinderatsbeschluss entgegen, dass die in den 1970er-Jahren gebaute Rheintalhalle nach dem Umzug der Vereine in die "Sporthalle plus" im Bürgerpark abgerissen werden soll. An diesem Vorhaben soll auch nicht gerüttelt werden, daher hat man der RG Lahr für die Nutzung der Rheintalhalle eine Absage erteilt, wie Kellouche bestätigt. "Mit dem Förderbescheid für die neue Sporthalle im Bürgerpark geht einher, dass die Rheintalhalle nicht mehr sportlich genutzt werden darf. Ein Verstoß gegen diese Auflage hätte möglicherweise die Rückzahlung der Fördergelder zur Folge", begründet die Stadtverwaltung diesen Schritt.

Zudem gebe es auch die Thematik, dass sich in unmittelbarer Nähe zur Halle ein Störfallbetrieb befinde. Daher könne "auf dem Gelände öffentlicher Publikumsverkehr nur sehr eingeschränkt stattfinden. Eine sportliche Nutzung, gerade mit Wettkampfbetrieb, ist daher an dieser Stelle in Zukunft nicht möglich", heißt es von der Stadtverwaltung. Daher besteht der Plan, die Rheintalhalle abzureißen, weiter, bestätigt die Verwaltung. "Ziel ist, das Grundstück für eine gewerbliche Nutzung zu veräußern", so die Stadt.

Der Vorsitzende der RG Lahr findet die Entscheidung schade. Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht er von einer "nicht befriedigenden Situation" und "schlechten Trainingsbedingungen" für die RG. Denn bisher trainieren die Ringer in den Sporthallen Kuhbach und Reichenbach sowie in der Tennishalle.

Vor allem in der Jugendarbeit sei man damit aber schon lange an der Kapazitätsgrenze, sagt Kellouche. "Die Trainingszeiten sind völlig ausgeschöpft." Teilweise musste man schon interessierte Sportler – vor allem Hobbyringer im Alter von 25 bis 50 Jahren – abweisen, bedauert der Vorsitzende Kellouche.

Schon im Dezember sprach Schöneboom vom einem nachvollziehbaren Anliegen der RG. Daran hat sich bei der Verwaltung auch nichts geändert. "Verständlich ist, dass der Verein gerne an einem zentralen Standort trainieren und Wettkämpfe austragen möchte", schreibt die Stadt. Das sei allerdings mit den aktuell bestehenden Hallenkapazitäten nicht abbildbar. Die Sportverwaltung sei daher verstärkt mit der RG Lahr im Gespräch. Zudem unterstütze man den Verein nach Kräften, die Situation zu verbessern, schreibt die Verwaltung. Daher versuche man, die Nutzungszeiten an einem der Standorte auszubauen. Ein erstes Gespräch zwischen der Sportverwaltung, der Ortsverwaltung Kuhbach und dem Verein sei bereits anberaumt worden, ein weiterer wird folgen, teilt die Stadt mit.

Man habe sich zudem alle "Hallenbelegungen in der Stadt angeschaut und geprüft, ob man die RG Lahr noch an anderer Stelle zentral unterbringen könnte". Das sei im Moment allerdings nicht möglich. "Eine Nutzung der Halle im Bürgerpark wurde angeboten, allerdings aufgrund des aufwendigen Auf- und Abbaus der Matten wieder verworfen", so die Stadt weiter.

Eine weitere Sorge, die Kellouche derzeit hat, ist das Vereinsheim "Altvater". Dieses ist im Eigentum der Stadt, die Nutzung ist per Erbbaupachtvertrag geregelt. Im Jahr 2021 läuft dieser Vertrag im Bereich "Altvater" zwischen Verein und der Stadt aus. Danach soll er nicht mehr verlängert werden. "Aus fachlichen Gründen", wie es von der Stadt heißt. Genauer: Aus Gründen des Natur- und Umweltschutzes, dessen Belangen die Verwaltung Vorrang geben will. "Seit einigen Jahren sprechen sich verschiedene Dienststellen der Stadtverwaltung dafür aus", schreibt die Stadt. Denn in einem ökologisch so empfindlichen Gebiet wie dem Altvater sei es besonders wichtig, schutzwürdige Interessen von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten vollumfänglich zu beachten, begründet die Stadt diese Entscheidung. Zudem sei das Vereinsheim schon länger nicht mehr für die Zwecke des Sports und der direkten Vereinstätigkeit genutzt worden. "Da muss ja dann auch ein Ersatz her", fordert Kellouche. Dieser Forderung will die Stadt auch nachkommen. Es solle "ein Ersatz an anderer Stelle geschaffen werden", bestätigt die Stadtverwaltung.

Seit dem Jahreswechsel seien rund 40 neue Mitglieder dazugekommen, sagt Kellouche. Insgesamt habe die RG Lahr derzeit etwa 350 Mitglieder. Ein Schwerpunkt des Vereins liegt in der Jugendarbeit. In diesem Bereich hat der Badische Sportbund dem Verein vier Kooperationen mit Bildungseinrichtungen bewilligt. 2020 wird die RG Lahr zudem die Deutschen Meisterschaften der Junioren ausrichten. Diese wird in der neuen Sporthalle auf dem LGS Gelände stattfinden.