Direkt zum Inhalt

Pfadnavigation

Heimsieg gegen die WKG Weitenau-Wieslet

Allaier 2023

Heimsieg gegen die WKG Weitenau-Wieslet

  • Doro
26
Sep
2023

Kurz vor dem Ende muss die RG Lahr nochmal zittern

Von Benedikt Hecht / Badische Zeitung 

Angekommen sind die Ringer des Aufsteigers RG Lahr in der Regionalliga. Im vierten Kampf gelang der zweite Sieg, was derzeit den zweiten Platz in der Tabelle bedeutet. 15:10 hieß es am Ende gegen die WKG Weitenau-Wieslet.
 
Groß lastete kurz vor 22 Uhr am Samstagabend der Druck auf den Schultern von Patrick Allgaier. 13:10 führten die Griffkünstler der RG Lahr vor dem letzten Kampf gegen die WKG Weitenau-Wieslet, einen der Favoriten der Liga. "An der Seite fängt man dann schon ein bissel an zu zittern, wir wussten ja, dass Patrick nur maximal zwei Mannschaftspunkte abgeben darf", sagt Andreas Steinbach, Trainer der RG Lahr und einstiger Olympia-Teilnehmer. Es sollte jedoch anders kommen, denn Greco-Ringer Allgaier (75 Kilogramm) erfüllte seine Aufgabe souverän, gewann 6:0 nach Punkten gegen den Wiesentäler Benny Vogt und holte zwei Mannschaftspunkte für die Lahrer Griffkünstler.

"Allgaier ist ein sehr unbequemer Gegner, das hat er heute wieder einmal bewiesen", so WKG-Trainer Kai Vögtlin. "Patrick blieb nervenstark", sagt Steinbach, der insgesamt großes Lob für sein Team übrig hatte: "Einige sind heute wieder über sich hinausgewachsen und haben so – auch mit nur knappen Niederlagen – für den Mannschaftssieg gesorgt."

Wer sich Kämpfe der RG Lahr anschaut, dem fällt auf: Die Stärken liegen im ersten Durchgang. 13:0 führte die Staffel der Trainer Andreas Steinbach und Toni Oldak zur Pause. Und das gegen einen renommierten Gegner, der nicht nur seit Jahren etabliert in der Regionalliga antritt, sondern auch immer wieder mit einem Auge gen Aufstieg schielt. "Die Wertigkeit des Sieges ist uns bewusst, wir sind auf dem richtigen Weg – und es ist eine Bestätigung für uns", sagt Steinbach.

Er beschreibt die Liga so: "Wir können jede Woche fünf Kämpfe gewinnen und stehen, wenn es dumm läuft, am Ende doch mit leeren Händen da." Umso wichtiger sei daher jeder Einzelsieg – oder auch knappe Niederlagen. Ein Beispiel ist Luis Fening (75 Kilo, Freistil). "In seiner Gewichtsklasse sind in der Regionalliga nur ’Maschinen’ am Start. Da hat er wenig Chancen, aber es macht einen Riesenunterschied, ob er 0:4 Teampunkte kassiert oder nur ein 0:1. Der Junge gibt jedes Wochenende sein Bestes", so Steinbach. Fening unterlag Vitalie Bunici nach Punkten 0:10, was drei abgegebene Teampunkte bedeutet.

Jason Keil (57, Freistil) benötigte für seinen technischen Überlegenheitssieg nur 2:19 Minuten. "Die Gegner kennen Jason mittlerweile, machen gegen ihn zu. Umso höher ist dieser Sieg gegen einen passiven Kontrahenten zu bewerten", sagt Steinbach. Nikita Ovsjanikov gewann gegen seinen zehn Kilo schwereren Konkurrenten Michael Herzog 11:0, "taktisch sehr klug von ihm", so Steinbach. Einen nicht unbedingt eingeplanten Sieg landete Eugen Schell (61, Greco). 6:2 hieß es am Ende für Schell gegen Andrey Georgiev. "Andrey hat sechs Minuten gar nicht gerungen", stellte WKG-Coach Vögtlin ratlos fest. "Ein megawichtiger Sieg für uns", so Steinbach.

Klug holte sich Calvin Keil seine Punkte in der ihm weniger vertrauten Stilart Freistil (98 Kilo). Von Kampf zu Kampf komme Keil immer besser in den Freistil rein. Taktisch agiere er gut. Es wurde zum Ende gegen Thomas Bachmann zwar "nochmal hektisch", sagt Steinbach, "aber ich finde heute keine Kritik bei ihm". Für wenig Begeisterung sorgte der Auftritt von Ivan Zamfirov (66, Freistil) bei Steinbach. 7:7 endete sein Duell gegen Thomas Eckhardt. Zamfirov legte gut los, "für die Zuschauer war es richtig schön", doch Eckhardt legte zum Ende nochmal zu. "Die letzten zwölf Sekunden waren richtig schwer", so Steinbach. Dank der Doppelwertungen holte Zamfirov einen Teampunkt. 

Letztendlich war es aber Allgaier, der alles entschied.

Am Samstag ist die RG Lahr zu Gast beim KSV Ketsch, während die Jugend dann beim ASV Urloffen auf die Matte geht.

Foto: Wolfgang Künstle